Entwicklung des Z-Bau
Vorgeschichte:
Gegründet wurde der Kunstverein 1976 von einer Gruppe Kunststudenten, die eine Hinterhof Baracke in der Hinteren Cramergasse 12 (St. Peter / Gleishammer) als Atelier und Treffpunkt nutzten. Bald fanden die ersten Konzerte und Feiern im Kunstverein statt, deren spezielles Flair sich schnell herumsprach. Da es damals wie heute viel zu wenig günstige Auftrittsmöglichkeiten für Bands, Theatergruppen und Veranstalter aus der subkulturellen Szene gab, etablierte sich der Kunstverein als Veranstaltungsort und Treffpunkt.
In den 90'-er Jahren nahm die Anzahl der Live Konzerte zu, wohingegen künstlerische Arbeiten mehr in der Hintergrund traten. Eine Entwicklung die nicht allen Mitgliedern gefiel.
Als sich 1992 die Gelegenheit bot in den Werkstätten der Landesgewerbeanstalt die bis heute unvergessene “LGA“ zu betreiben gründeten die KV-Mitglieder Stefan Grosse-Grollmann, Christiane Schleindel, Georg Gühtlein und andere die AG-Zwischennutz e.V.
Als die LGA-Halle dann 1996 schließlich dem Cinecitta-Kinokomplex des Herrn Weber weichen musste, entstand in der Burgerstrasse – also in unmittelbarer Nachbarschaft des Kunstvereins – die „LGB“. Nach der örtlichen und inhaltlichen Trennung engagierten sich die Mitglieder des Kunstvereins und der AG -Zwischennutz wieder in beiden Gruppierungen.
Mit der „Stadtteilsanierung St. Peter / Gleishammer“ kam das Ende der LGB, und auch der renitente KV musste 1999 die Hintere Cramergasse verlassen.
Der KV fand eine neue Unterkunft in einem Nebengebäude der ehemaligen SS-Kaserne, welches nach dem Krieg den Amerikanern als Kino und Truppenkasino gedient hatte.
Das nun in Staatsbesitz befindliche Gebäude (wegen seines Grundrisses als „Z-Bau“ bezeichnet) stand der Stadt bis Ende 2007 für eine öffentliche Nutzung zur Verfügung.
Neuanfang im Z-Bau:
Der KV hatte den Nutzungsvertrag für das Gebäude übernommen und brachte im Herbst 1999 unter abenteuerlichen Umständen seine neuen Räume provisorisch in einen halbwegs nutzbaren Zustand.
Die AG-Zwischennutz wollte den gesamten Z-Bau als kulturelle Einrichtung betreiben und verhandelte in der Folge mit der Stadt. Allerdings war das Gebäude nach der 2000 durchgeführten Altlastensanierung nur noch eine tot sanierte Hülle, ohne sanierte Einrichtungen, ohne Wasser, Strom und Heizung, ohne Türen, Putz, Decken und teilweise sogar ohne Wände.
Da der „Altlasten sanierte Bau“ wegen fehlender Pläne von den Behörden als „Neubau“ eingestuft wurde, waren strenge Auflagen und Bestimmungen zu erfüllen. Da zu diesem Zeitpunkt keine Förderung durch die Stadt bestand, lehnte die AG-Zwischennutz e.V. den Betrieb des Z-Bau's ab.
Die AG-Zwischennutz e.V. eröffnete 2002 den „Üblen Alfred“ in Mögeldorf, der mittlerweile auch schon wieder Geschichte ist.
Gründung der Arbeitsgemeinschaft Z-Bau
der ehemaligen Südkaserne Nürnberg,
Frankenstrasse 200, GmbH:
Um das Projekt des alternatives Kulturzentrum Z-Bau nicht zu
begraben, gründeten 2001 die Mitglieder der AG-Zwischennutz e.V. Georg Gühtlein, Willi Reichel, Christiane Schleindel, Julia Maag und Stefan Grosse-Grollmann, die AG Z-Bau GmbH.
Aus der Sicht des KV ein mutiger, aber auch notwendiger Schritt, denn der KV hatte es schon vor dem Umzug abgelehnt, das ganze Haus zu betreiben. Die EWAG setzte die Heizung sowie Strom und Wasser wieder instand. Der Baustromkasten des KV hatte endlich ausgedient. Die Anschluss- und Sanierungskosten wurden der AG Z-Bau GmbH von der EWAG ausgelegt. Diese Gelder fanden auch Verwendung als Einlage für die GmbH. Seit dem wird dieses „Darlehen“ von der AG Z-Bau GmbH zurück erstattet.
Zusammen mit den Behörden erarbeitet man ein Nutzungskonzept. Der Kunstverein hatte Mitte 2000 den Nutzungsvertrag für das Gebäude an die AG-Zwischennutz e.V. übergeben. Der KV wurde Mieter der AG Z-Bau GmbH und erhielt eine gesonderte Kündigungsklausel. Diese erlaubt der AG Z-Bau GmbH eine Kündigung des KV nur mit Einwilligung des Kulturreferates.
Nach den Instandsetzungsarbeiten zogen der Zoom Club, die vormaligen Betreiber des Roten Salons und verschiedene Künstler ein. Der Biergarten wurde eröffnet und in der großen Hallen fanden einige wenige Veranstaltungen vom Concertbüro Franken statt.
Der erste Geschäftsführer der GmbH ist dann zum allgemeinen Bedauern mit Geldern der GmbH verschwunden.
Nach einigem Durcheinander sprang Willi Reichel als neuer Geschäftsführer ein.
2005 übernahm die Stadt Nürnberg vom Bund das gesamte Gebäude. Damit steht einer langfristigen Nutzung des Z-Bau's nichts mehr im Wege.
Aufgrund von Kostenreduzierungen bei den anstehenden Sanierungsmaßnahmen ist der Kunstverein in dem aktuellen Nutzungskonzept der AG Z-Bau GmbH nicht mehr vorgesehen.