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Aktuelle Situation im Z-Bau

Stand der Dinge im April 2009:

Hallo Interessierte und UnterstützerInnen der alternativen Kultur in Nürnberg,

zunächst herzlichen Dank für Euere großartige Unterstützung des Kunstvereins! Ihr habt Euch sicher schon gefragt wie geht es nun weiter mit dem Kunstverein? Hier nun ein paar Fakten zu unserer derzeitigen Situation.
Der Kulturausschuss hat am 20.03.2009 über die zukünftige Nutzung des Kulturzentrums Z-Bau abgestimmt. Der Beschlußtext lautet:
  1. Der Kunstverein und die Z-Bau GmbH sind Grundlage aller Nutzungsüberlegungen.

  2. Es folgt keine bauliche Abtrennung zwischen den beiden Nutzern.

  3. Den beiden Nutzern werden eindeutig definierte Räume zugewiesen.

  4. Die Verwaltung erhält den Auftrag, auf Grundlage der weiteren Eckpunkte in den Anträgen der CSU und der SPD jeweils vom 18.03.2009 mit den Nutzern weiterzuverhandeln und dem Kulturausschuss hierüber einen Beschlussvorschlag vorzulegen.
    Über die Schaffung von Personalstellen muss gesondert beschlossen werden.

  5. Um die Baumaßnahmen nicht noch weiter zu verzögern, beschließt der Kulturausschuss die Fortführung der Planung und des Umbaus auf der Basis der als Variante A im Konzept der Verwaltung bezeichneten baulichen Maßnahmen (2,6 Mio. Euro).

Damit ist der Kunstverein der Z-Bau GmbH als Nutzer gleichgestellt.
Wie sich der jeweilige Nutzen dabei gestaltet bleibt unklar.
Ob der Kunstverein seine Räume weiter als Veranstaltungsort nutzen kann bleibt zudem offen (definierte Räume?). In der besagten Variante A der Verwaltung werden dem KV die bisherigen Räumlichkeiten als Vereinsheim -aber nicht als Veranstaltungsort- zugesichert. Der KV soll seine mehr als 120 Veranstaltungen „punktuell“ in der Galerie der Z-Bau GmbH durchführen, was weterhin das AUS für die langjährige kulturelle Arbeit des KV bedeuten würde.
Die beschlossene Variante A des Sanierungsplans sieht eine Reduzierung auf max. 2 Veranstaltungsflächen innerhalb des Z-Baus pro Abend (Roter Salon oder Galerie + Große Halle).
Der KV lehnt dieses Konzept ab. Wir favorisieren die Sanierung mehrerer kleinerer Veranstaltungsflächen wie KV, Zoom - Club, Galerie und Roter Salon, welche auch gleichzeitig bespielt werden können. Weitere Gespräche hinsichtlich eigenem Mietvertrag, über die gemeinsame zukünftige Nutzung des Hauses, der Zusammenarbeit mit der Z-Bau GmbH und anderer Fragen stehen an.

Der Kunstverein fordert:
  1. Die Erhaltung des Kunstvereins in seiner Struktur und an seinem jetzigen Ort.

  2. Die Aufnahme der Räume des Kunstvereins in den Sanierungsplan des Z-Baus als Veranstaltungsort.

  3. Eine angemessene und realistische Priorisierung der Räume des Kunstvereins bei der Verteilung der verfügbaren Mittel.

  4. Einen eigenen Mietvertrag mit der Stadt Nürnberg.

  5. Die Neubewertung des Nutzungskonzeptes des Z-Baus, um alle verfügbaren Räume für alternative Kultur zu nutzen.

No budget, no profit





Spannungen zwischen Betreiber und Kunstverein:

Ursprünglich wurde von einem befristeten Bestehen des Z-Baus bis Ende 2007 ausgegangen. 2005 hat die Stadt Nürnberg die Möglichkeit geschaffen, dass das Haus als Kulturzentrum weiterbestehen kann: es wurde vom Staat gekauft. Seit dieser Zeit laufen Verhandlungen zwischen der Stadt und der Betreiber-GmbH, ein neuer Nutzungsvertrag soll erarbeitet werden.
Die Stadt will das Kulturzentrum dem bisherigen Betreiber überlassen, der dann wiederum die Räumlichkeiten weiter vermietet. Der KV ist einer der Mieter im Z-Bau.

Der bisherige Betreiber, die AG Z-Bau GmbH, sieht den Kunstverein schon seit mehreren Jahren als „Problemveranstaltungsort“ an. Die Kritikpunkte sind: unsere Gäste vergraulen angeblich andere Gäste des Hauses, die Betreiber haben keinen Einfluss auf unsere Veranstaltungen, der KV beteiligt sich nicht an den Kosten des Z-Bau-Sicherheitskonzeptes und unsere Preise sind außer Konkurrenz und führen im restlichen Haus zu Umsatzseinbußen.

Nachdem die Nutzung über das Jahr 2007 hinaus gesichert werden konnte, versuchte das Kulturreferat unter der Leitung von Matthias Strobel die Meinungsverschiedenheiten zwischen KV und AG Z-Bau GmbH in Gesprächsrunden zu lösen.
Der KV sollte demnach die Vorgaben der GmbH akzeptieren und einhalten.
So sollte z.B. die Veranstaltungsplanung in die Hände der Betreiber abgegeben werden. Es wurde eine sogenannte „Positiv-Liste“ für KV-Veranstaltungen erstellt. Dieser konnte der KV nicht zustimmen, damit hätten wir 2/3 unserer Veranstaltungen nicht mehr durchführen können!

Die damaligen Verhandlungen sind wegen der Unvereinbarkeit der Standpunkte steckengeblieben, dem KV wurde von der GmbH unterstellt, dass er an einer Kommunikation nicht interessiert sei.
Von Seiten der Betreiber gab es keine Kompromissbereitschaft, und wenn doch eine Einigung für einen der Reibungspunkte gefunden wurde, war es unmöglich, diese schriftlich zu fixieren, da im Vertragsentwurf der AG Z-Bau GmbH der Verhandlungskonsens zu unseren Ungunsten abgeändert wurde.

Für den KV war klar ersichtlich: Die Geschäftsführung des Z-Baus will eine Beendigung, oder besser gesagt: keine Verlängerung des Mietverhältnisses!

Ende April 2007 kündigt dann der Geschäftsführer der GmbH, Willi Reichel, die Verhandlungen auf, da nach 4 Monaten keine Einigung erzielt worden ist.
Die Beschwerden der AG Z-Bau GmbH über den KV häuften sich nun und wurden nur noch an das Kulturreferat direkt gerichtet.

Die AG Z-Bau GmbH erwirkte daraufhin bei einem Treffen mit dem Oberbürgermeister, Dr. Ulrich Maly, dass der Sonderstatus des KV in dem neu auszuhandelnden Überlassungsvertrag nicht mehr bestehen soll.

Geplante Sanierung:

Die Bauordnungsbehörde (BOB) droht mit der Schließung des Gebäudes angesichts der technischen Mängel.
Die Verantwortlichen der Stadt haben eingesehen, dass solch ein Gebäude mit kultureller Nutzung sich unmöglich selbst tragen und dann auch noch Gelder für die Sanierung und Wiederherstellung der Infrastruktur erwirtschaften kann.
Um die Nutzung des Gebäudes überhaupt sicherzustellen, stellte 2006 die Stadt 1,8 Mio. für die Sanierung bereit, damit der Kulturbetrieb nach den neuen Vorschriften dauerhaft möglich ist.

Als erste, und für den KV sichtbar einzige Maßnahme, wurde nach den neuen Standards und Vorschriften eine Not- und Sicherheitsbeleuchtung im Herbst 2007 installiert. Im gesamten Haus, mit Ausnahme der Räumlichkeiten des Kunstvereins!
Schon bei den Planungen wurde der KV nicht berücksichtigt! Wir haben bis heute keine Antwort auf das „Warum“ von den verantwortlichen Stellen bekommen. Von Seiten des Kulturreferats wurde Nachbesserung gefordert, passiert ist jedoch nichts. Auch das Hochbauamt ist dann noch aktiv geworden, es wurde eine Planung erstellt, installiert wurde bis heute: nichts!

Spätestens zu diesem Zeitpunkt war uns klar, dass hier schon mal Fakten geschaffen wurden, um uns loszuwerden.

Neue Verhandlungsrunde KV – AG Z-Bau GmbH:

Nachdem durch organisatorische Umstrukturierungen in der Stadt nun das Amt für Kultur und Freizeit (KuF) für den Z-Bau verantwortlich ist, wurden die Verhandlungen zwischen Z-Bau und KV unter Vermittlung von Thomas Müller und Charly Hörl (beide KuF) wieder aufgenommen. Trotz der oben beschriebenen Situation ist der KV weiterhin gewillt, diese zu einen einvernehmlichen Ergebnis zu bringen. Aber die Betreiber sehen das wohl anders.

Auszug aus dem Protokoll dieser ersten Sitzung vom 14.03.2008:
  • Für den Z-Bau müssen bis Mitte des Jahres dauerhafte Mietverträge abgeschlossen werden, da die Stadt entschieden hat, dass das Gebäude weiterhin als Kulturzentrum betrieben werden soll.

  • Die bestehenden Sicherheitsmängel werden von der Stadt beseitigt, die Federführung hat das Hochbauamt (Bauleitung: Frau Butzer). U.a. ist auch für die Räume des KV eine Brandmeldeanlage und eine Sicherheitsbeleuchtung für Ausgänge und Rettungswege geplant.

  • Der KV soll weiterhin im Haus bleiben, hat nach eindeutigen Aussagen der Stadtspitze allerdings keinen Sonderstatus mehr, sondern ist zu behandeln wie jeder andere Mieter im Haus.

  • Ziel dieses Gespräches (und sicherlich noch folgender Runden) muss es sein, Regelungen des Zusammenseins im Haus zu erstellen, damit mittelfristig nach außen ein Kulturzentrum erkennbar ist

Die begonnene Sanierung des Hauses wurde zu dieser Zeit nicht weitergeführt, da bei den Vorarbeiten und Untersuchungen weitere Mängel zutage getreten sind und die Kostenschätzung auf 3,6 Mio. angewachsen ist.
Im Sommer wurde der bestehende Überlassungsvertrag noch einmal bis zum 30.06.2009 verlängert.

Diese Verhandlungsrunde ist von Seiten des KuF am 16. Oktober ausgesetzt worden, warum ist dem KV nicht ganz klar. Vielleicht war den Beteiligten bei der Stadt schon klar, das bei dem neuen Nutzungskonzept zur Reduzierung der Sanierungskosten der KV nicht mehr berücksichtigt wird?

Neues Nutzungskonzept für den Z-Bau ohne Kunstverein:

Um das Projekt „Kulturzentrum Z-Bau“ doch noch zu retten, wurde unter Leitung des Bürgermeisteramtes eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die nach „Alternativen“ in der Nutzung suchen sollte, um dadurch die Auflagen der BOB zu reduzieren und die Sanierungskosten auf 1,8 Mio. zu begrenzen. Im Haushalt der Stadt sollten keine weiteren Mittel bereitgestellt werden.
An dieser Arbeitsgemeinschaft waren beteiligt:
Bürgermeisteramt, BOB, KuF, Hochbauamt und die AG Z-Bau GmbH.


Der KV wurde weder seitens der Stadt in diese Gespräche eingebunden, noch von seinem Vermieter, der Z-Bau GmbH. Die AG Z-Bau GmbH hat ein neues Nutzungskonzept ausgearbeitet, welches vom KuF an das Hochbauamt zur Kostenschätzung weitergereicht wurde.
Herausgekommen ist eine Reduzierung der Veranstaltungsflächen und damit der Zahl der Veranstaltungsorte, die von derzeit 5 (Roter Salon, Grosse Halle, Galerie, Zoom-Club und Kunstverein) auf 3 reduziert wird. Zoom-Club und KV sind bei diesem Konzept nach der Sanierung nicht mehr vorgesehen, sie sollen RAUS!

Die Referentenrunde am 17.11.08 stimmte diesem Konzept im Prinzip zu, da aber die Kosten noch bei ca. 2,6 Mio. liegen, wurde die Angelegenheit an den Kulturausschuss zur Abstimmung weitergeleitet.
Auf der Sitzung des Kulturausschusses am 20.03.09 sollen das vorliegende Konzept und die Sanierungskosten beschlossen werden.

In diesem Schwebezustand befinden wir uns.


Wie sieht die Zukunft des Kulturzentrums Z-Bau aus?

Die Frage lautet, ob sich die Stadt noch ein Millionengrab leisten will, wenn eine Sanierung bewilligt werden soll, die ein „Kulturzentrum“ Z-Bau ohne die beiden Publikumsmagneten KV und Zoom-Club schafft?
Ist es nicht auch kulturpolitisch wichtig, die Frage zu stellen, wer für soziokulturelle Arbeit, auch im Stadtteil, weiterhin im Z-Bau wichtig ist?
Was ist angedacht im Z-Bau? Was soll ein Kulturzentrum wie der Z-Bau nach den Investitionen darstellen?
Was erwarten das Kulturreferat und das KuF von einem Kulturzentrum Z-Bau?
Sollte nicht ein kulturelles Konzept vorliegen, bevor eine so hohe Summe abgesegnet wird?
Der KV stellt diesbezüglich jahrzehntelange erfolgreiche Kulturarbeit gegen leere Hallen.

Wir finden, dass solche Entscheidungen auf der politischen Ebene getroffen werden müssen, nicht auf baurechtlicher!

Dafür brauchen wir eure Unterstützung!